|
|

|

|

|

|

|

« zurück zur Übersicht

¬ Was ist eine Dickdarmspiegelung?
Die vollständige Spiegelung des Darms heißt in der medizinischen Fachsprache Koloskopie (Kolon = Dickdarm, skopein = schauen). Mit einem speziellen Instrument, dem Endoskop, betrachtet der Arzt das Innere des Darms und untersucht die Darmschleimhaut nach Auffälligkeiten. Bei Bedarf können Biopsien (Gewebeproben) entnommen oder kleinere operative Eingriffe durchführen werden.
¬ Wie funktioniert die Koloskopie?
Das Koloskop ist ein biegsames Endoskop etwa von der Dicke eines kleinen Fingers (zehn bis 15 Millimeter) und der Länge von anderthalb Metern. Es besteht aus einem optischen System, einer Lichtquelle und einer Spül- und Absaugvorrichtung. Außerdem besitzt es Arbeitskanäle, durch die chirurgische Instrumente für die Entnahme von Biopsien oder für kleinere operative Eingriffe eingeführt werden können. Die Koloskopie wird heute in der Regel als hochauflösende Video- Endoskopie durchgeführt, bei der mit einer speziellen Minikamera die Bilder der Darmschleimhaut aufgenommen, diese optischen Informationen wieder nach außen geschickt und auf einen Farbmonitor projiziert werden.
Auch kleine operative Eingriffe sind über den Arbeitskanal des Endoskops durchführbar: Entdeckt der Arzt einen Darmpolypen, kann der direkt mit Hilfe einer speziellen Schlinge abgeschnitten und mit dem Endoskop aus dem Darm entfernt werden.
¬ Wann ist eine Dickdarmspiegelung notwendig?
Der Arzt kann eine Koloskopie zur Abklärung (Diagnostik) verschiedener Krankheiten veranlassen. Dazu gehören:
- Sichtbares Blut im Stuhl,
- positiver Test auf verstecktes Blut im Stuhl,
- auffällige Änderungen der Stuhlgewohnheiten wie anhaltender Durchfall (Diarrhö) oder Verstopfung (Obstipation),
- anhaltende Schmerzen im Bauchbereich,
- im Rahmen der Nachsorge nach der Entfernung von Darmpolypen nach drei und fünf Jahren,
- im Rahmen der Darmkrebsnachsorge zuerst alle zwei, dann alle fünf Jahre,
- als gesetzliche » Krebs-Früherkennungs-Koloskopie ab dem 55. Lebensjahr,
- bei symptomfreien Patienten zur Tumorsuche im Rahmen von Vorsorge-Untersuchungen,
- zur Abklärung einer Blutarmut.
Erkrankungen, die durch die Koloskopie erkannt werden können, sind
- Darmkrebs
- Dickdarmpolypen
- Divertikulits. Als Divertikulose bezeichnet man Ausstülpungen der Darmwand. Entzünden sich diese Ausstülpungen, spricht man von Divertikulitis.
- Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (zum Beispiel Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn).
Während der Koloskopie kann der Arzt auch Biopsien entnehmen. In einem Labor werden diese Gewebeproben schließlich untersucht, um eine genaue Diagnose zu erhalten.
Zusätzlich zur Diagnostik ist es dem Arzt möglich, während der Koloskopie therapeutische Maßnahmen durchführen. Auf diese Weise können Darmpolypen entfernt (Polypektomie) werden.
¬ Was ist im Vorfeld der Koloskopie zu beachten?
Vor der Koloskopie wird der Darm des Patienten durch abführende Maßnahmen gereinigt. Am Morgen der Untersuchung muss der Patient nüchtern bleiben, er darf also nichts essen. Durch Trinken einer großen Menge mineralhaltiger Spüllösung wird der Darm so lange gereinigt, bis nur noch klare Flüssigkeit entleert wird. Im Vorfeld der Untersuchung sollten sie für drei Tage auf Kiwi, Weintrauben und andere körner- und kernhaltige Nahrungsmittel verzichten, da diese die Spülkanäle verstopfen können.
Medikamente, die die Blutgerinnung beeinträchtigen (Aspirin, ASS, Marcumar o.ä.) müssen eine Woche vor der Untersuchung abgesetzt werden.
¬ Wie läuft die Darmspiegelung ab?
Vor der Untersuchung bekommen Sie ein sedierendes Medikament, um die unangenehme, eventuell auch etwas schmerzhafte Untersuchung so angenehm wie möglich zu gestalten.
Bei der Untersuchung schiebt der Arzt das Koloskop über den After in den Mastdarm und von dort aus weiter in den Dickdarm vor. Durch das Einblasen von Luft entfaltet sich der Dickdarm und ist so besser für den Arzt einsehbar. Mit Hilfe der Biegsamkeit des Endoskops kann der Arzt die verschiedenen Biegungen des Dickdarms gut überwinden und das Koloskop auf diese Weise bis zur Mündung des Dünndarms in den Dickdarm führen. Bei bestimmten Fragestellungen wird auch versucht, das Koloskop ein kurzes Stück (etwa zehn Zentimeter) weit in den Dünndarm hineinzuschieben.
(Bild links:) Das Koloskop (6) befindet sich im letzten Abschnitt des Dickdarms (5) und kann bis zum Übergang des Dünndarms (3) in den Dickdarm (4) vorgeschoben werden. Mit im Bild: Speiseröhre (1), Magen (2)
¬ Welche Komplikationen können bei der Koloskopie auftreten?
Da Sie vor der Untersuchung ein beruhigendes und schläfrig machendes Medikament einnehmen (ein so genanntes "sedierendes" Mittel), dürfen Sie für den Rest des Tages nicht selbst ein Fahrzeug steuern. Daher sollten sie sich nach der Untersuchung nach Möglichkeit abholen lassen.
In sehr seltenen Fällen kann es bei der Dickdarm- spiegelung zur Durchstoßung der Darmwand (Perforation) kommen.
Nachblutungen sind, vor allem nach Abtragung von Polypen, möglich.
Durch die Gabe eines sedierenden Medikaments kann es bei einer bestehenden Erkrankung zur Ver- schlechterung der Herz- und Lungenfunktion kommen.
¬ Welche anderen Untersuchungs-Möglichkeiten gibt es?
Der Dickdarm kann auch mit einem Kolon- Kontrasteinlauf untersucht werden. Dabei handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung, bei der der gesamte Dickdarm mit Hilfe von Röntgen- Kontrastmitteln sichtbar gemacht wird. Bei dieser Untersuchungsmethode kann der Arzt jedoch weder Biopsien entnehmen, noch kleinere operative Eingriffe durchführen. Daher wird der Kontrasteinlauf nur noch in Sonderfällen durchgeführt, wenn zum Beispiel wegen einer Darmverengung, einer Stenose, das Koloskop nicht in den Dickdarm vorgeschoben werden kann.
Seit einiger Zeit kann mit Hilfe einer speziellen Computer- Tomographie (CT) eine sogenannte virtuelle Koloskopie durchgeführt werden. Dabei wandelt ein spezielles Computerprogramm die Schichtaufnahmen des Gewebes in dreidimensionale, farbige Bilder um. Der Arzt sitzt dann vor einem Computer und sieht auf dem Monitor den Darm mit all seinen Windungen und Biegungen. Auch bei dieser Untersuchung können natürlich keine Biopsien entnommen werden.
zurück zur Übersicht

|

|

|
|